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Mehrsprachigkeit (USA)

Prof.' Christiane Bongartz und Ynez Olshausen

Wie man auf Deutsch ein Auto mietet: über die vielen nicht-so-augenfälligen Vorteile der Mehrsprachigkeit

In diesem Hands-On-Workshop wurde anwendungsbezogen zu 'Mehrsprachigkeit' diskutiert mit dem Ziel, in der beruflichen Praxis Mehrsprachigkeit in diversen Kontexten zu unterstützen und an der gesellschaftlichen Reflexion des Themas mitzuwirken.

Zu oft noch wird zum Beispiel zwischen 'erstrebenswertem' Bilingualismus (vor allem mit der Zielsprache Englisch) und eher problembehafteter Zweisprachigkeit, die sich vor allem mit dem Bild von wenig im Schulsystem vertretenen Herkunftssprachen verbindet (etwa Russisch oder Türkisch).

Ergebnisse

  • Das Kollegium in Schulen muss, genau wie die SchülerInnen einer Schule, vielfältiger werden.
  • Mehrsprachigkeit in Deutschland ist ein Fakt, auch wenn viele Menschen das nicht anerkennen. Diese Mehrsprachigkeit sollte man nutzen.
  • In Deutschland kämpfen die verschiedenen (Mutter)sprachen um das höhere Ansehen. Doch sollten alle Sprachen in der Schule und im Unterricht genutzt werden.
  • Es könnte sein, dass die Einbindung von SchülerInnen mit Unterstützungsbedarf im Fremdsprachenunterricht (Englisch) leichter ist. Alle bewegen sich sprachlich und inhaltlich auf einem fremden Feld.
  • Die Konzepte der individuellen Förderung und Forderung müssen deutlich (fach-)spezifischer werden. Was müssen die einzelnen FachlehrerInnen in ihren jeweiligen Fächern beachten?
  • Problematisch könnte im Fremdsprachenunterricht die Unterschiedlichkeit der erbrachten Ergebnisse (output) und deren Bewertung sein.
  • Die ganz unterschiedlichen Ausgangslagen der einzelnen SchülerInnen (z.B. Muttersprache, Unterstützungsbedarf, Motivation ...) müssen auch im Fremdsprachenunterricht berücksichtigt werden.

Forderungen an die universitäre Forschung und Wissenschaft

  • Was funktioniert wirklich in einem inklusiven und mehrsprachigen Klassenraum (und was eben auch nicht)? Eine Möglichkeit bietet der Action Teacher Research; die Verknüpfung von Theorie und Praxis, die Kooperation zwischen den an der LehrerInnenbildung Beteiligten sollte auch von Seiten der Universitäten unterstützt werden.
  • Die Universitäten sollten gezielt junge Menschen mit ganz unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen für den Lehrberuf begeistern.

  • Die gesicherten Ergebnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen müssen in die Ausbildung der LehrerInnen fließen, die sich wiederum möglichst frühzeitig mit den ganz unterschiedlichen Facetten von Vielfalt und Heterogenität auseinandersetzen müssen – unter fachdidaktischen, fachwissenschaftlichen sowie bildungswissenschaftlichen Fragestellungen.
  • Angehende LehrerInnen müssen möglichst frühzeitig die Bedeutung von Sprache im Unterricht erkennen und sich mit den daraus resultierenden Konsequenzen für ihren Unterricht auseinandersetzen. Die lehrerbildenden Einrichtungen müssen somit den Rahmen in Form von Seminaren und Reflexionsangeboten schaffen, sodass die jungen PädagogInnen auch den Raum und Zeit haben, sich vorzubereiten.
  • In der schulischen Praxis sollte darüber nachgedacht werden, ob man "Sprache" bzw. "Sprachbewusstsein" (z.B. Diskussion über und Vergleich von Sprachen) nicht als Fach in die Stundentafel aufnimmt, um so den ganz unterschiedlichen Sprachen und sprachlichen Voraussetzungen wertschätzend gerecht zu werden.
  • Gewinnbringend in einem inklusiven Fremdsprachenunterricht kann die Integration bzw. der Einsatz "Neuer Medien" sein