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25. April | 18. Mai | 11. Oktober 2017

Diggi-Site-Events

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Drei Diggi-Site-Events laden AkteurInnen aus Hochschule, Schule und LehrerInnenbildung über das Jahr verteilt ein zur Auseinandersetzung mit den digitalen Transformationen von Schule, Arbeitsalltag und Gesellschaft. In interaktiven Formaten, Diskussionen und Impulsvorträgen bieten KooperationspartnerInnen gemeinsam mit dem Zentrum für LehrerInnenbildung Expertise und Input für weitere Dialoge.

11. Oktober 2017 | Site-Event 3 | Jetzt anmelden

Nachbericht

Bisherige Site-Events

vergrößern: Die ersten Site-Events im Kölner Rheinauhafen
Im Kölner Rheinauhafen

Die ersten beiden Diggi-Site-Events wurden in Zusammenarbeit mit der Zukunftsagenten GmbH und dem Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln angeboten. Der BDO war so freundlich, hierfür seine Räumlichkeiten mit einem spektakulären Blick auf den Kölner Rheinauhafen zur Verfügung zu stellen.

Individuelle Arbeitsmodelle dank Digitalisierung

Wie kann Digitalisierung heute helfen, Familien intelligent im Arbeitsleben zu behalten – und das über verschiedene Berufe hinweg?

Hierzu gab Judith Klups von der Zukunftsagenten GmbH in der ersten Veranstaltung der Dreierreihe am 18. April 2017 einen Impulsvortrag. Seit Jahren berät Frau Klups Firmen bei der Identifizierung von neuen Arbeitsmodellen erfolgreich, in diesem Fall mit dem Schwerpunkt "parents@work".

vergrößern: 18. April 2017 parents@work
Judith Klups

Myrle Dziak-Mahler, Geschäftsführerin des ZfL, machte jedoch gleich am Anfang deutlich, dass dies nicht nur auf Familien mit Nachwuchs zutrifft. Durch neue Arbeitsmodelle dank der Digitalisierung könnten auch solche Talente "beschäftigungsfähig" bleiben, die ihre eigenen Eltern pflegen.

Noch immer ist es aber für alle Gruppen mit Pflegeaufgaben häufig eine Frage, ob man Vollzeit oder überhaupt nicht arbeiten geht. Sich für Teilzeit als Kompromiss für alle Seiten entscheidet. Oder den Versuch startet, in der Selbständigkeit das zu finden, was ArbeitgeberInnen in dieser Lebensphase nicht zu bieten scheinen.

Einzelaktionen wie "Homeoffice für alle", Tandemlösungen, eine Betriebskita oder flexible Arbeitszeiten sind laut Judith Klups daher gute Ansätze, jedoch lösen sie das Problem nicht. Denn hierbei werde "Arbeit" oftmals nicht neu gedacht, sondern nur anders organisiert.

Judith Klups appelliert daher an alle, Arbeit komplett umzudenken – auch wenn dies Mut kostet. Es gebe nicht das eine "normale" Modell, sondern Arbeitsmodelle könnten heute genauso wie auch viele Freizeitangebote individuell verschieden aussehen. Allerdings müssten hierfür die Aufgaben der jeweiligen Person immer einzeln betrachtet werden.

Im Fall einer Personalerin bzw. eines Personalers könnte dies zum Beispiel so aussehen, dass Tätigkeiten wie das Sichten von Bewerbungen, Internet-Recherchen und das Schreiben von Konzepten statt im Büro genauso gut von zu Hause erledigt werden könnten. Hingegen müsse die jeweilige Person für das Durchführen eines Bewerbungsgespräches sehr wohl vor Ort sein. Handle es sich hingegen um eine internationale Firma, könnte gegebenenfalls selbst das Bewerbungsgespräch digital durchgeführt werden.

Welche verschiedenen Aufgaben erfüllen Sie in Ihrem Beruf?

Gibt es vielleicht Tätigkeiten, die Sie nur vor Ort erledigen können, wie etwa das Unterrichten von SchülerInnen? Was wäre aber außerhalb der Arbeitsstelle möglich? Und welche strukturellen und technischen Mittel müssten vorliegen, um dies realisieren zu können?

Arbeits- und Lernwelten der "Generation C"

Ist das klassische Büro von gestern auch noch heute und morgen die angemessene Arbeitsumgebung? Und welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Lernumgebungen?

Am 25. Mai 2017 gaben hierzu Markus Klups von der Zukunftsagenten GmbH und Eckard Foltin von Foltin Future Consulting inspirierende Einblicke in die zukünftigen Arbeits- und Lernwelten für die "Generation C". So bezeichnet Herr Foltin die neue (Arbeits-)Generation. Dabei steht C für "Connected".

Vernetzte Arbeitswelten der Zukunft

Allzeit und überall vernetzt sein – diese Möglichkeit der Digitalisierung wirkt sich bereits schon heute auf die Arbeitswelten aus und wird in Zukunft noch weitere neue Formen annehmen. Markus Klups glaubt daher fest daran, dass Netzwerke durch die neuen digitalen Gegebenheiten starre Strukturen ersetzen werden. So werde es immer wichtiger werden, mit wem man vernetzt ist – auch über die Grenzen der eigenen Organisation hinaus.

Die vernetzte Art zu arbeiten führe weiterhin zu vielfältigen Formen der Beschäftigung, die heutzutage schon von Bürotätigkeiten bis hin zu Projektarbeit, Crowd-Working und Co reichen können. Daher fordert Herr Klups, Arbeit und Aufgaben neu zu denken und die Vorstellung eines "Normalarbeitsverhältnis" zu überdenken.

Lebenslanges Lernen: Ein Blick in das Jahr 2030

vergrößern: 25. Mai 2017 Einblicke in die zukünftigen Arbeits- und Lernwelten
Eckard Foltin

Es gibt sie noch: die traditionellen Klassenzimmer. Doch wie lange werden diese noch so aussehen, wie wir sie selber aus der eigenen Kindheit kennen? Als Gedankenexperiment stellte Herr Foltin hierzu vier Zukunftsbilder vor, die 2012 aus einer Delphi Experten-Befragung zum "Lernen 2030" hervorgingen.

Diese Zukunftsbilder verdeutlichen, dass sich die Möglichkeiten des Lernens in der Arbeitswelt in den nächsten Jahren ganz massiv verändern werden. Dies kann (und sollte?) auch das Lernen im traditionellen Bildungswesen beeinflussen. Wenn man daher die zukünftigen Lernwelten mitgestalten möchte, muss man sich dessen bereits jetzt schon bewusst sein und erste Schritte einleiten.

Zukunftsbilder

Teams erzeugen den nötigen Enthusiasmus

vergrößern: Teams erzeugen Enthusiasmus
Teams erzeugen Enthusiasmus

Zum Abschluss dieses Berichts, aber zu Beginn der Veranstaltung, stellte Herr Foltin eine Abwandlung des bekannten Schnick Schnack Schnuck-Spiels vor. Hier konnten die Teilnehmenden selbst erleben, dass Ideen Enthusiasmus und Unterstützung von anderen brauchen sowie, dass ein Perspektivenwechsel bereichernd sein kann (hier von GegnerIn zur UnterstützerIn).

Und so funktioniert es: Alle Anwesenden stehen auf und spielen mit ihrer/ihrem jeweiligen SitznachbarIn eine Runde Schnick Schnack Schnuck. Die VerliererInnen stellen sich hinter die GewinnerInnen und feuern diese in der nächsten Runde gegen die/den benachbarten GewinnerIn an. Je länger das Spiel geht, desto weniger kleinere Teams gibt es und desto länger werden die noch bestehenden Schlangen. Letztlich stehen sich zwei SpielerInnen gegenüber, die um den Gesamtsieg kämpfen.