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Diggi17 – Enter Next Level Learning

vergrößern: Diggi17 – Enter Next Level Learning, 27.-29. September 2017, Universität zu Köln

Wie können SchülerInnen auf die Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitsleben durch die Digitalisierung vorbereitet werden? Und welche neuen Anforderungen stellt dies an Dozierende und LehrerInnen? Zu diesen Fragen und mehr diskutierte das Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln (ZfL) gemeinsam mit über 340 AkteurInnen aus Wissenschaft, Schule und Wirtschaft auf der Tagung "Diggi17 – Enter Next Level Learning".

Die Tagung stellte das Highlight des ZfL-Themenjahres "Digitalisierung meets LehrerInnenbildung" dar und fand vom 27. bis 29. September 2017 an der Universität zu Köln statt. Vielfältige Formate boten den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich auf der Diggi17-Tagung mit anderen auszutauschen und gegenseitig zu inspirieren. Die Prorektorin der Universität zu Köln, Professorin Dr. Bettina Rockenbach, eröffnete die Tagung (Video). Moderiert wurde sie vom Bildungs- und Wissenschaftsjournalist Armin Himmelrath.

Veranstalter der Diggi17-Tagung war das ZfL gemeinsam mit dem Regionalen Rechenzentrum Köln und der Universitäts- und Stadtbibliothek der Universität zu Köln sowie in Kooperation mit den Zukunftsagenten. Letztere sind 2017 für eines der drei innovativsten digitalen startups vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater ausgezeichnet worden.

Das Team des ZfL möchte sich bei allen AkteurInnen, BesucherInnen und HelferInnen der Tagung für drei spannende und informative Tage bedanken.

opening talk

#Diggilog

Wie hat Digitalisierung unser Arbeitsumfeld verändert? Was heißt dies für Schule, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen? Und welche Rolle sollte die Wirtschaft hierbei spielen? Beim Diggilog zum Auftakt des ersten Tagungstages diskutieren Myrle Dziak-Mahler (Geschäftsführerin des ZfL), Prof. Dr. Ulrich Lang (Direktor des RRZK), Mathias Härchen (Geschäftsführer Digital Hub Cologne GmbH) und Dr. Jochen Johannsen (Leiter der Universitätsbibliothek Siegen). Moderiert wurde die Diskussion vom Bildungs- und Wissenschaftsjournalist Armin Himmelrath.

Digitalisierung verändert alle Lebensbereiche

Die Tagungsinhalte orientierten sich an den drei Schwerpunktthemen: #brain, #work&play und #education. Zu jedem einzelnen Schwerpunktthema lieferten die drei Keynotes Inspirationen und genug Diskussionsstoff. Durch die Wahl dieser drei Schwerpunktthemen wurde deutlich, wie stark die technologischen Entwicklungen sich auf alle Lebensbereiche auswirken. Demnach kann man den Bereich Bildung nicht (mehr) losgelöst von den Veränderungen in der zukünftigen Arbeits – sowie aktuellen Lebenswelt der SchülerInnen diskutieren.

#brain

Sind Maschinen besser als Menschen?

Zum Auftakt der Veranstaltung schockte Professor Bauckhage die ZuhörerInnen mit seiner #brain-Keynote zu Künstlicher Intelligenz (KI): "Wir leben in einer Zeit, in der Berufe, für deren Ausübung Sie studiert haben müssen, von Maschinen besser erledigt werden können als von Menschen. Das ist Digitalisierung!"

Bauckhage prophezeit, dass die Euro- und Flüchtlingskrise im Vergleich zu den Veränderungen durch die Digitalisierung überhaupt nichts sind. Dieser Weckruf gelte allen – einschließlich den heutigen Lehrerinnen und Lehrern. Zwar glaube Bauckhage nicht, dass der LehrerInnenberuf per se durch Roboter ersetzt werde. Allerdings müsse sich dieser verändern, wenn man Kinder auf die Welt des 21. Jahrhunderts vorbereiten möchte.

Bezogen auf die Arbeitswelt geht Bauckhage noch einen Schritt weiter: Die Firmen, die bis jetzt noch keine KI-Strategie haben, werde es in 10 Jahren nicht mehr geben. Sowas gehe schnell, meint Bauckhage: "Denken Sie nur an: Nokia! Ein Weltkonzern, der vor 6 Jahren beschlossen hat, die Menschheit interessiere sich nicht für Touchscreens."

#work&play

Den Menschen nicht aus den Augen verlieren

Auch Professorin Rump appellierte in ihrer #work&play-Keynote zu Arbeiten 4.0 und Kompetenzen 4.0 daran, "so früh wie möglich anzufangen und nicht erst im Jahr 2025". Die Digitalisierung führe nun mal nicht nur zu neuen Anforderungen an MitarbeiterInnen und Führungskräfte, sondern habe auch sehr viele positive Effekte.

Am Beispiel eines digitalen Geschäftsmodells veranschaulichte Rump den BesucherInnen, wie die Digitalisierung jedoch auch uns Menschen verändert hat und warum wir trotzdem noch wichtig sind. "Da hilft natürlich die Technologie. Aber die Logik ist es eigentlich, die es zu dem bringt", so Rump. Doch: "Sie denken anders."

Diese neue Denkweise ist wohl eine der Kompetenzen, die wir Menschen uns in der digitalen (Arbeits-)Welt aneignen müssen. In anderen Worten: in Handlungsketten denken und Verknüpfungen herstellen zu können.

#education

Wie wir über Fake News reden müssen

In der #education-Keynote von Professorin Hobbs mussten alle TeilnehmerInnen das Versprechen abgeben, nie mehr den Begriff Fake News zu benutzen. Wenn sich zum Beispiel JournalistInnen auf falsche Quellen berufen, würde der Begriff journalistic error laut Hobbs viel zutreffender sein. Ähnlich verhalte es sich mit Satire und acht weiteren Gründen, warum eine Nachricht vielleicht nicht richtig dargestellt ist. SchülerInnen müssen daher darin geschult werden, Informationen in verschiedenen Medien kritisch beurteilen zu können. Die Fähigkeit einer sprachlichen Unterscheidung von Fake News ist ein Teil davon. 

Neben Fake News stand auch die eigene Motivation von LehrerInnen bezüglich der Medien- und Technologienutzung im Unterricht im Fokus. In einer Studie mit LehrerInnen in der Türkei fanden Hobbs & Co heraus, dass LehrerInnen verschiedener Fachrichtungen auch unterschiedliche Motive für die Nutzung von digitalen Medien im Unterricht haben. Sind Sie neugierig auf Ihre eigene Motivation? Dann testen Sie diese auf der von Hobbs empfohlenen Webseite: www.discovermedialiteracy.com.

Zum Schluss forderte die Professorin SchülerInnen und LehrerInnen auf, nicht nur kritische Fragen zu den neuen Informationsquellen zu stellen. Darüber hinaus sollten sie auch selber aktiv digitale Werkzeuge nutzen, um andere zum Nachdenken anzuregen und darin zu motivieren, selber media creators zu werden.

Digitalisierung selbst erleben und ausprobieren

Ein breites Portfolio an Vorträgen und Workshops stand den TeilnehmerInnen am Donnerstag sowie am Freitag zur Verfügung. Durch die frei wählbaren Inhalte konnten sie so ihr individuelles Tagungsprogramm zusammenstellen.

Am Donnerstag stand zudem ein weiteres Format bereit: das Inspiration Field. Durch das Selbsterleben und Ausprobieren erhielten die TagungsteilnehmerInnen hier neue Impulse und Ideen, wie zum Beispiel Videos, VR-Material und Programmiersysteme wie etwa Raspberry Pi und Calliope im Unterricht beziehungsweise in der Lehre verwenden werden können. 

Weitere Infos sind dem Programmheft (pdf) zu entnehmen.

Sundowner-Vorträge

Am Donnerstagabend luden drei Sundowner-Vorträge dazu ein, sich mit einem der drei Themenschwerpunkten – #brain, #work&play oder #education – vertieft zu beschäftigen:

Ausblick

Zentrale Ergebnisse und Anregungen aus der Tagung werden wir für Sie auf unterschiedliche Art und Weise aufbereiten. So ist für Sommer 2018 ein Themenheft geplant. Desweiteren ist ein Tagungsband in Bearbeitung.