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Eignungsreflexion in der ersten Praxisphase des Lehramtsstudiums – ErPeL

Viele Studierende fragen sich zwar, ob die Entscheidung LehrerIn werden zu wollen die richtige ist, häufig setzen sie sich mit dieser Berufswahlentscheidung jedoch erst spät im Studium intensiv auseinander, vorwiegend im Master während des Praxissemesters. Einige hegen auch Zweifel, ob sie dem Beruf gewachsen sind. Darüber zu sprechen trauen sich nur die wenigsten, auch da ihnen Alternativen kaum bewusst sind. Aus den Beratungsgesprächen mit Studierenden wissen die MitarbeiterInnen des ZfL, dass viele der angehenden Lehrkräfte sich eine deutlich frühere und auch begleitete Auseinandersetzung mit ihren Fragen und Zweifeln wünschen.

Selbstreflexion stärker im Lehramtsstudium verankern

Das Projekt ErPeL erprobt daher in ausgewählten Begleitseminaren zum Eignungs- und Orientierungspraktikum Möglichkeiten für Studierende, sich intensiv mit ihrer Berufswahlentscheidung auseinander zu setzen und diese begleitet zu reflektieren. Das fünfwöchige Praktikum ist die erste Praxisphase im Bachelor-Lehramtsstudium und ein idealer Rahmen für dieses Vorhaben, da es sehr früh im Studium ansteht.

Reflexion als Schlüssel beruflicher Zufriedenheit

BildungsforscherInnen sind sich schon lange einig, dass Reflexion über die Eignung der Schlüssel in einer qualitativ gehaltvollen Lehramtsausbildung ist, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Studierende später mit ihrer Berufswahl zufrieden sind. Nach Wegfall des Eignungspraktikums, das Studierende eigenständig vor Aufnahme eines Studiums absolvierten, mit der Reform des Lehrerausbildungsgesetzes 2016, ist es nun an den Hochschulen, Eignungsreflexion verstärkt in die Praxisphasen des Lehramtsstudiums zu integrieren.

Pilotierung und Evaluation

Seit dem Wintersemester 2017/18 werden in dem Projekt pro Semester in jeweils zwei Begleitseminaren zum EOP mit ungefähr je 50 Studierenden neue eignungsreflexive Elemente pilotiert.

360 Grad-Feedback

Studierende erhalten in einem multiperspektivischen Feedbackverfahren Rückmeldungen zum Stand ihrer Professionalisierung von SchülerInnen, betreuenden LehrerInnen und Peers. Nicht nur die Studierenden füllen einen Fragebogen aus, der sie unterstützt, über ihre eigenen Kompetenzen nachzudenken. Auch die SchülerInnen geben der/dem PraktikantIn ein Feedback. Insbesondere wenn Selbst- und Fremdbild von einander abweichen, ist das für die Studierenden eine sinnvolle Gelegenheit, sich vertieft mit der weiteren Entwicklung ihrer beruflichen Kompetenzen zu beschäftigen.

Coaching

Dazu können die angehenden Lehrkräfte im Anschluss in einem coachingbasierten Beratungsgespräch im bewertungsfreien Kontext mit Fachcoaches LehrerInnenbildung des ZfL die Ergebnisse des 360 Grad-Feedbacks reflektieren.

Vorstellen alternativer Berufsfelder

In einer Seminarsitzung stellen die MitarbeiterInnen des ZfL gemeinsam mit der Zentralen Studienberatung (ZSB) der Universität zu Köln bereits in der Vorbereitung auf das Praktikum alternative Berufsfelder zum Lehramt vor. Absicht es dabei auch, den Studierenden verständlich zu machen, dass Zweifel normal sind, sie aber nicht gleich verzweifeln müssen. Sollten Studierende feststellen, nicht für den Beruf als Lehrkraft geeignet zu sein, haben sie bereits sehr früh andere Berufsoptionen kennengelernt und können sich in diese Richtung orientieren.

Sicherheit in der Entscheidung gewinnen

Diese reflexiven Elemente sollen Studierende befähigen, sich zu einem frühen Studienzeitpunkt mit ihrer Eignung für den Lehramtsberuf auseinanderzusetzen. So können sie die Erkenntnisse gewinnen, die ihnen die Sicherheit geben, dass ihre Berufswahlentscheidung die richtige ist, und die sie bestärken, mit den Zweifeln lösungsorientiert umzugehen.

Handlungsfelder und Projektfortschritt