zum Inhalt springen

Fokus Praxissemester 2014

vergrößern: Das Kölner Praxissemester-Konzept im Fokus
Das Kölner Praxissemester-Konzept im Fokus (@ Peter Bösenberg)

Weit über 400 Gäste besuchten die Veranstaltungsreihe "Fokus Praxissemester" des Zentrums für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln im Sommersemester 2014. In insgesamt fünf Sitzungen wurden verschiedene Themen rund um das Praxissemester beleuchtet. Das Praxissemester ermöglicht den Studierenden des im Wintersemester 2014/15 startenden Master of Education erstmalig ab Februar 2015 neue Chancen der Theorie-Praxis-Verzahnung bereits während des Studiums.

Critical friends und experts

Zu Beginn einer jeden Veranstaltung stellten AkteurInnen der Ausbildungsregion Köln die Ergebnisse ihrer konzeptionellen Arbeit für das Kölner Modell zum Praxissemester vor. Im Anschluss daran formulierten die eingeladenen critical friends jeweils auf Basis ihrer wissenschaftlichen Expertise eine Replik und unterzogen das Kölner Modell einer kritischen Würdigung.

"Solides Konzept mit wirklichen Neuerungen"

Für die AkteurInnen des Praxissemesters in Universität, Zentren für Schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) und Schule war die Reihe ein gewinnbringender Einblick in die Herausforderungen des Praxissemesters. Durch die Rückmeldungen der critical friends wurde deutlich, dass das Kölner Praxissemester auf einem solide ausgearbeiteten Konzept beruht, das innovative und anspruchsvolle Elemente für die LehrerInnenbildung enthält.

Erfahrungen mit dem Praxissemester

Den Auftakt machten am 19. März 2014 PD Dr.' Karin Kleinespel und Prof. Dr. Will Lütgert aus Jena. Das "Jenaer Modell der Lehrerbildung" gilt als Vorbild für die Umsetzung des Praxissemesters, so dass die beiden Gäste vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen das Kölner Konzept zum Praxissemester im Gesamten betrachteten. In ihrer Analyse würdigten sie die geleistete Vorarbeit und unterstrichen den hohen Stellenwert der im Kölner Modell intendierten engen und individualisierten Begleitung der Studierenden für eine erfolgreiche Umsetzung des Praxissemesters.

Erfahrungen mit dem Praxissemester

PD Dr.' Karin Kleinespel und Prof. em. Dr. Will Lütgert (Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Jena)

19.03.2014

Forschendes Lernen

In der reformierten Lehramtsausbildung rückt die Forderung nach einer professionsorientierten Verbindung von Theorie und Praxis verstärkt in den Blick. Gerade im Praxissemester sollen Studierende daher lernen, eine forschende Haltung zu entwickeln, um ihr eigenes professionelles Handeln theoriegeleitet zu betrachten und weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund beleuchtete Prof. Dr. Josef Keuffer (Direktor des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg) am 4. April das Kölner Modell des Forschenden Lernens im Praxissemester. In seiner Replik gab er wertvolle Hinweise und zeigte mögliche Fallstricke auf. Durch die differenzierte Begutachtung konnten eine Vielzahl konkreter Punkte in die verschiedenen Arbeitsbereiche (Leitfaden "Forschendes Lernen", Informationstexte über Studienprojekte/Forschendes Lernen, Einflechtung des Praxissemesters in die Portfolio – Arbeit und Kommunikation mit den beteiligten Akteuren) einfließen.

Forschendes Lernen im Praxissemester

Prof. Dr. Josef Keuffer (Direktor des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg)

04.04.2014

Portfolio

Ebenso neu in der LehrerInnenbildung sind Dokumentation und Reflexion über alle Praxisphasen in einem Portfolio "Praxiselemente". Das Kölner Portfoliokonzept wird als roter Faden für die phasenübergreifende Reflexionsarbeit der gesamten Lehramtsausbildung verstanden. Der ausgewiesene Experte für Portfolioarbeit Dr. Felix Winter (Zürich) beleuchtete daher auf der dritten Sitzung am 23. Mai das Kölner Portfoliokonzept. In seiner Replik auf das Kölner Konzept gab Dr. Winter wertvolle Hinweise für eine nachhaltige und effektive Einbindung des Portfolios. Mehrere seiner Anregungen hat die Portfolio-AG aufgegriffen und in das Konzept eingearbeitet. So etwa zum Beispiel Bausteine zum reflexiven Schreiben oder die Einbettung eines didaktischen Gesamtkonzepts. Zusätzlich wird das ZfL Workshops zum Einsatz des E-Portfolios im Praxissemester für alle Dozierenden anbieten.

Das Portfolio im Praxissemester

Dr. Felix Winter (Zürich)

23.05.2014

Sprachsensibler Unterricht

Am 16. Juni befasste sich Prof. Dr. Bernd Ralle von der Technischen Universität Dortmund mit dem Konzept des sprachsensiblen Unterrichts. Dieser wird im Rahmen des Praxissemesters sowohl in den Vorbereitungsseminaren an der Universität als auch im Praxisfeld der Schule thematisiert. In seiner Replik auf das Kölner Konzept zum Modul "Deutsch für SchülerInnen mit Zuwanderungsgeschichte" (DaZ) gab er wertvolle Hinweise. Durch seinen Blick insbesondere auf die Zusammenarbeit der am Praxissemester beteiligten Institutionen (Universität, ZfsL, Schule) im Hinblick auf das Thema DaZ konnten wichtige Anregungen für eine zukünftige Kooperation gewonnen werden.

Sprachsensibler Unterricht

Prof. Dr. Bernd Ralle (Technische Universität Dortmund)

16.06.2014

Wirksamkeit von Praxisphasen

Abgerundet wurde die Veranstaltungsreihe am 30. Juni durch den Beitrag von Dr. Alexander Gröschner von der TU München. Er stellte den Forschungsstand zur Wirksamkeit von Praxisphasen vor und zeigte Gelingensbedingungen schulpraktischer Studien auf. Er begutachtete das Konzept zur Begleitung der Studierenden in den Praxisphasen in vielen Punkten äußerst positiv, insbesondere bezüglich der kohärenten Konzeption von beratender Begleitung vor, während und nach den Praktika. In seiner Replik gab er darüber hinaus weitere wertvolle Hinweise, die in die weitere Konzeption des Kölner Modells der Praxisphasen im Lehramtsstudium Eingang finden werden. Diese betreffen etwa die Förderung der Reflexionsfähigkeit der Lehramtsstudierenden durch begleitende Portfolioarbeit und die Bedeutung der Kommunikation zwischen den verschiedenen Institutionen, die an der Gestaltung der Praxisphasen beteiligt sind.

Wirksamkeit von Praxisphasen in der LehrerInnenbildung

Dr. Alexander Gröschner (TU München)

30.06.2014