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Inklusion

Inklusion bedeutet einen umfassenden Wandlungsprozess für das deutsche Schul- und Bildungssystem. Ihre konkrete Umsetzung und Gestaltung erfordert die Zusammenarbeit aller daran Beteiligten:

Was sind konkrete Bedarfe in einer sich verändernden Schullandschaft? Welche Anforderungen stellen sich an die unterschiedlichen Beteiligten? Wie können Angebote der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften gestaltet werden, um vor dem Hintergrund der UN-Konvention zukünftig ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu etablieren?

Die Beteiligten in Hochschulen und Schulen stellen sich schon jetzt diese Fragen. Antworten werden dringend gesucht. Eine zentrale Aufgabe der universitären Forschung und Lehre ist, diese Fragen aufzugreifen.

Aufgabe Inklusion

Seitdem Deutschland im Jahre 2009 die UN-Behindertenrechtkonvention Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert hat, diskutieren Bildungswissenschaft und Politik die schulische Inklusion von SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Die von wissenschaftlichen Erkenntnissen getragenen Entscheidungen der Politik, Inklusion auszubauen, hat weitreichende Konsequenzen für die schulische Praxis. Seit 2014 haben in NRW nunmehr alle SchülerInnen das Recht auf eine Beschulung in einer allgemeinbildenden Schule. Dies stellt das mehrgliederige und auf Leistungsdifferenzierung ausgerichtete, traditionelle Schulsystem vor große Herausforderungen.

Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis

Das Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL), der Lehrstuhl für Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung und die Lernwerkstatt im Netzwerk Medien der Humanwissenschaftlichen Fakultät greifen diese Fragen in einer Kooperationsinitiative Inklusion auf.

Diese Kooperationsinitiative will eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis bilden. Austausch und Zusammenarbeit zwischen beiden sollen unterstützt und ein Gesamtüberblick über die zahlreichen Projekte und Forschungsvorhaben zu Inklusion im Unterricht ermöglicht werden.

Kooperations-Initiative für alle Phasen der LehrerInnenbildung

Hierzu bedarf es der Bündelung von Erfahrungen, die bereits in Wissenschaft und Praxis bestehen. Bildungswissenschaften, Fachdidaktiken und Sonderpädagogik beschäftigen sich jeweils mit Fragstellungen inklusiven Unterrichts. Eine wichtige Grundlage wird dabei die Orientierung an den Erfahrungen und Bedarfen aus der Praxis sein, die mit den Herausforderungen im schulischen Alltag konfrontiert sind.

Die Kooperationsinitiative für Inklusion betrachtet dabei alle Phasen der LehrerInnenbildung. Schrittweise soll in der Kooperation ein Angebot für Studierende, ReferendarInnen und Lehrkräfte entstehen. An der Gestaltung dieses Prozesses bilden die lehrerInnenbildenden Fakultäten der Universität zu Köln mit ihren jeweiligen Institutionen die wissenschaftliche Basis. Aus der Zusammenarbeit sollen Handlungsperspektiven entstehen, die inklusiven Unterricht unterstützen.

Mit dem schrittweisen Aufbau bis 2018 soll die Kooperationsinitiative für Inklusion fachwissenschaftliche, fachdidaktische, bildungswissenschaftliche, sonderpädagogische und praktische Expertise des Unterrichts in inklusiven Lerngruppen bündeln. Allen daran Beteiligten und Interessierten soll so der Austausch ermöglicht und Konzepte inklusiven Unterrichts verfügbar gemacht werden.

Fort- und Weiterbildungen

Gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Förderbedarf gibt es in NRW bereits an vielen Grund-, Gesamt- und Hauptschulen sowie einigen Realschulen. Auch andere Bundesländer wie Hamburg haben langjährige Erfahrungen im Bereich des Gemeinsamen Lernens. Mit der Einführung des Rechtsanspruchs zum Besuch einer allgemeinen Schule für Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf geraten nun auch die Gymnasien und Realschulen in Zugzwang, Gemeinsamen Unterricht anzubieten.

Im Bereich der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften gibt es aktuell dringenden Bedarf an Angeboten, die einer hohen Qualität entsprechen, wissenschaftlich fundiert sind und nachhaltig wirken.

Inklusion als Bestandteil des Lehramtsstudiums etablieren

Inklusion wird vielfach verkürzt nur als Gemeinsames Lernen von SchülerInnen mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf diskutiert. In der LehrerInnenbildung gilt es, die verschiedenen Konzepte von Vielfalt und deren Facetten in den Blick zu nehmen. Für diesen umfassenden Wandel im deutschen Schulsystem ist es erforderlich, dass alle angehenden Lehrkräfte sich schon im Studium mit Inklusion beschäftigen und entsprechende Kompetenzen für ihren späteren Beruf entwickeln.