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Blickwechsel | Diversity
Internationale Perspektiven der LehrerInnenbildung

Vielfalt im Kontext Schule verstehen, nutzen und wertschätzen stand als Ziel im Fokus der Tagung "Blickwechsel | Diversity" am 17. und 18. September an der Universität zu Köln. In Workshops zu unterschiedlichen Facetten rund um das Thema "Diversity" erarbeiteten die TagungsteilnehmerInnen gemeinsame Verständnisse, Ansätze und Strategie für die Zukunft von Schule und Lehre. Impulse von internationalen ExpertInnen aus den USA, Finnland, Burkina Faso und der Schweiz bereicherten die Diskussionen und Projekte. Denn die Chancen, die sich aus Diversität für Schule und LehrerInnenbildung ergeben, lassen sich nicht in Ländergrenzen und regionalen Zuständigkeiten denken.

Video-Bericht: Impressionen, Ergebnisse und Kommentare

Impressionen, Ergebnisse und Kommentare – Die Tagung als Video im Youtube-Chanell der Universität zu Köln zusammengefasst.

"Get ready for diversity" – Auftaktkeynote von Prof. Arnetha Ball

Bereits in der Eröffnungsrede des Rektors der Universität zu Köln, Prof. Dr. Axel Freimuth, wurde die Bedeutung des Tagungsthemas über den Kontext Schule hinaus deutlich formuliert:

"An innovative teacher training that promotes an extensive understanding on the topics discussed in the upcoming days (inclusion, multilingualism, interculturality, mobility, migration, new learning and queer theory) has a sustainable impact on society. In schools, diversity is a fact and the way teachers deal with this reality affects the further development of pupils and at the same time the continuing changes taking place in our education structure."

Dass es um weit mehr geht als den Alltag im Klassenzimmer stellte Prof. Arnetha Ball im Anschluss an die Begrüßung in ihrer Keynote-Rede hervor, in der sie auf die aktuelle Flüchtlingspolitik Deutschlands verwies.

Wenige Tage vor dem Auftakt von "Blickwechsel | Diversity" hatte Kanzlerin Angela Merkel über Twitter angekündigt, dass Deutschland seine Grenzen auch angesichts der Zuwanderungsströmen geöffnet lassen würde. Ball erklärte, dass die Flüchtenden, die in ganz Europa eintrafen eine Nachricht mit sich bringen: "Change is coming, get ready for diversity."

Diversity konnotierte Ball anschließend als Antrieb und Quelle für Innovation und Erneuerung. Damit stelle die Zuwanderung von zu großen Teilen jungen Geflüchteten für Deutschland angesichts seiner Demographie mit einem hohen Anteil an älteren Menschen eine Chance und Bereicherung dar. Der Fakt, dass genau jetzt diese Tagung des Zentrums für LehrerInnenbildung stattfand, beweise, dass Deutschland offen und wertschätzend im Umgang mit Diversity sei.

Umso wichtiger sei darum nun (angehende) LehrerInnen auf die Veränderungen vorzubereiten. Ball ist von der richtungsweisenden Rolle angehender LehrerInnen für einen Wandel im Umgang mit Diversity in Schulen und Klassenzimmern überzeugt. Sie präsentierte eindrücklich aktuelle Forschungsergebnisse zur Professionalisierung von Lehrkräften vor dem Hintergrund von Diversity. Sie ermunterte die Teilnehmenden, Schule von unten, aus jeder einzelne Klasse heraus zu verändern. Lehrkräfte seien "Agents" und nicht "Objects of Change".

Die vollständige Keynote als Video

International Perspectives on Teachers As Agents Of Change: Addressing the Challenges of Diversity in Teacher Professional Development in Transnational Contexts

Die vollständige Keynote von Professorin Ball als Video im Youtube-Chanell der Universität zu Köln für Sie aufgezeichnet.

Professorin Ball's Keynote war ein Höhepunkt zum Start und ihr Appell zog sich als roter Faden durch die weitere Tagung. Er schuf eine positive Grundstimmung bei den Teilnehmenden, die sich beflügelt sahen. So auch Teilnehmerin Vivian Breucker: "Wir warten immer darauf, dass sich das System verändert. Diese Haltung kann ich aber schon in meiner Klasse verändern". Und Dr. Sebastian Barsch, Mitorganisator der Tagung, erklärt: "Es ist beeindruckend zu sehen, was Lehrerinnen und Lehrer gestalten können. Ich habe von vielen Teilnehmenden gehört, dass sie zahlreiche Inspirationen aus diesem motivierenden Appell für Ihre tägliche Arbeit mitnehmen."

Vielfalt ist normal

Von Inklusion über Mehrsprachigkeit und Interkulturalität bis hin zu New Learning und Neue Medien – auf der Tagung stach besonders das weit gefasste Spektrum von Diversity positiv hervor. Das Tagungsprogramm bot dann an, verschiedene Facetten und bislang kaum beachtete Aspekte von Diversity zu entdecken. Internationale ExpertInnen berichteten dazu von ihren Erfahrungen aus Finnland, Deutschland und den USA.

Dabei wurde mehr als deutlich: Vielfalt ist der Normalzustand in Schule und Gesellschaft.

Workshops am ersten Tag

Podiumsdisskussion am ersten Tag

Auf dem anschließenden Podium trugen die TeilnehmerInnen und ReferentInnen die Erkenntnisse und Ergebnisse aus den Workshops des Tages zusammen und diskutierten diese im großen Plenum. Durch die verschiedenen Arbeitsphasen in größeren Foren und kleineren Workshops sowie in den Pausen kamen die unterschiedlichen AkteurInnen zu einem regen Austausch und konnten sich vernetzen.

Workshops am zweiten Tag

Abschluss

Zentrale Ergebnisse, Forderungen und offene Fragen

Die Tagung ermöglichte allen Teilnehmenden einen vertieften Einblick in aktuelle internationale Perspektiven und entsprechende good-practice Beispiele. Insbesondere die sehr lebendige interaktive Auswertung zum Abschluss der Tagung trug dazu bei. Auch die teilnehmenden Studierenden ergriffen hier aktiv das Wort.

Am Ende zweier inspirierender und lebhafter Tage stehen wichtige Ergebnisse für den weiteren Umgang mit und die aktive Gestaltung von Diversity und Vielfalt in Schul- und Bildungssystem.

Einmalige Chancen für deutsches Schulsystem und Gesellschaft

Insgesamt zeigte die Tagung, dass Diversität alle Ebenen und Dimensionen mitdenken muss. Diese veranschaulichten auch die derzeitigen Debatten um geflüchtete Menschen und Zuwanderung, auch in das deutsche Bildungssystem. Diese Debatten waren in den Vorträgen und Diskussionen ständig präsent.

"Die aktuelle Situation der Geflüchteten bringt Vertreterinnen und Vertreter der Theorie und Praxis – also Universitäten und Schule – eng zusammen", resümiert Myrle Dziak-Mahler (ZfL-Geschäftsführerin) ein zentrales Ergebnis der Tagung:

"Hier ist es wichtig, den Blick zu wechseln: Nicht Risiken von Zuwanderung und Diversity für die Schule müssen wir anschauen, sondern die Chancen. Eine Teilnehmerin sagte, die derzeitige Lage öffne uns ein einmaliges Zeitfenster und eine historische Chance, Diversity zukünftig als Normalfall in Schule und Gesellschaft zu begreifen. Das ist auf der Tagung mehr als deutlich geworden."

Ausblick und Dokumentation

Im Sommer 2016 erscheint ein Tagungsband, der zentrale Ergebnisse und Anregungen der Tagung zusammenfassen wird.

Das Team des ZfL möchte sich bei allen AkteurInnen, BesucherInnen und HelferInnen der Tagung für zwei spannende und informative Tage bedanken!

Video-Trailer

Was bedeutet Diversity in der LehrerInnenbildung? Studierende und Lehrende denken darüber nach.