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Sprachförderung für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Notunterkünften durch Lehramtsstudierende

PROMPT! Deutsch lernen

In nordrhein-westfälischen Notunterkünften für Geflüchtete warten viele Menschen Wochen oder sogar Monate auf ihre Registrierung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie auf die anschließende Zuweisung in eine Kommune.

In dieser Phase ist die Bildungssituation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen besonders schwierig, da sie je nach Bundesland nicht der Schulpflicht unterliegen.

Die Stadt Köln hat daher gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln bereits im April 2014 ein Sprachförderprojekt ins Leben gerufen, um diesen Kindern und Jugendlichen Bildungsangebote durch Studierende zu ermöglichen. Dank der positiven Wirkung für die Geflüchteten und die Studierenden wurde das Projekt in kurzer Zeit auf mehrere Notunterkünfte ausgeweitet.

Gemeinsam lernen!

Die ProjekteilnehmerInnen unterstützen mehr als 400 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Kölner Notunterkünften beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Alphabetisierung. Das professionelle Bildungsangebot soll die Geflüchteten auf ein Leben in Deutschland und sein Schulsystem vorbereiten, so dass sie sich bei einer Einschulung besser eingliedern können.

Auch die Kölner Lehramtsstudierenden profitieren von diesem innovativen Projekt: Angesichts der Vielfalt im Klassenzimmer müssen Studierende den komplexen Anforderungen gerecht werden. Die praxisnahe Tätigkeit befähigt die Studierenden, professionell mit SchülerInnen ohne Deutschkenntnissen umzugehen, verschiedene Bedürfnisse wahrzunehmen und dementsprechend zu reagieren sowie Expertise im Feld Sprachförderung zu erlangen.

Gefördert werden die Lehramtsstudierenden durch obligatorische Vorbereitungsseminare, in denen sie auf die spezifischen Anforderungen in der Arbeit mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in Klassen vorbereitet werden. Neben der thematischen Auseinandersetzung mit "Flucht und Asyl", werden besonders didaktisch-methodische Grundlagen der Sprachförderung von den Studierenden erarbeitet, um  in heterogenen Klassen differenziertes und effektives Lernen zu ermöglichen. Weiterhin wird das Lernen durch mehrere Reflexionsanlässe unterstützt, wodurch die Studierenden sich als Lehrkraft professionalisieren und ihre Arbeit im Heim somit wöchentlich verbessern.

Das sagen die Beteiligten

Wir machen das

Die Reportage der Bundeszentrale für politische Bildung von 2016 über pragmatische Ansätze in der kommunalen Flüchtlingspolitik berichtet auch über "PROMPT!"  (ab Minute 17:32).

Sprachförderangebote verstetigen

Über die Grenzen Kölns hinaus ist das Projekt "PROMPT! Deutsch lernen" mittlerweile bekannt. Durch ihre Ausbildung können die Projekt-TeilnehmerInnen nach dem Praktikum als MultiplikatorInnen fungieren und ihre Expertisen weitertragen.

Ehemalige TeilnehmerInnen engagieren sich zum Beispiel seit April 2015 für das Projekt "Miteinander lernen" im Familien- und Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Leverkusen. Die Kölner Studierenden unterstützen Jugendliche auch hier insbesondere beim Deutschlernen.

Außerdem arbeiten viele Studierende nach dem Ende der vorgesehenen Praktikumszeit in einer Notunterkunft weiter, da sie die praktischen Erfahrungen und das angelernte Wissen gerne neben dem Studium fortsetzen, um gewonnene Kompetenzen weiter zu vertiefen. Aber auch einfach um die neu nach Deutschland Zugewanderten zu unterstützen.

Seit dem Wintersemester 2015/16 wird das Projekt nicht mehr nur in der Herkulesstraße, die einst größte Notunterkunft in Köln angeboten, sondern umfasst weitere vier Kölner und eine Düsseldorfer Notunterkunft. Denn es steigt nicht nur der Bedarf an ausgebildeten SprachförderlehrerInnen in den Notunterkünften, sondern auch bei Lehramtsstudierenden findet dieses Projekt großen Anklang.

Mitmachen! BFP in einer Notunterkunft

Alle Lehramtsstudierenden der Universität zu Köln können sich für dieses Projekt bewerben. Ab der ersten Belegphase jedes Semesters werden alle Anforderungen für eine erfolgreiche Teilnahme auf KLIPS erscheinen.

Aufgrund der hohen Anforderungen, wird ein hoher Wert auf die obligatorischen Vorbereitungsseminare und die Reflexionsgespräche gelegt. Für weitere Informationen oder offenstehende Fragen, können Sie uns gerne in der Sprechstunde besuchen oder unter folgender Mailadresse kontaktieren: bfp-prompt(at)uni-koeln.de.

Jungen Menschen eine Chance geben – auf Ihr Engagement kommt es an!

Unterstützen Sie den Flüchtlingsfonds der Stiftung Studium und Lehre. Dieser fördert ein flächendeckendes Bildungsangebot für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Köln. Mit der Finanzierung weiterer Lehraufträge für die Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminare sowie die psychologische Betreuung der Lehramtsstudierenden unterstützen Sie die Ausweitung des Projekts auf weitere Notunterkünfte in Köln.

Bitte tragen Sie mit Ihrer Spenden dazu bei, dass junge, motivierte Menschen integriert werden können und mit ihren großen Potentialen ein wichtiger Teil unsere Gesellschaft werden. Mit der universitätseigenen Stiftung Studium und Lehre verfügen wir über ein effektives Instrument, damit Ihre Spende dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei den Menschen, die unsere Hilfe benötigen – vielen Dank!

Bitte unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende

Bankverbindung

Stiftung Studium und Lehre
Sparkasse KölnBonn
Stichwort: Spendenfonds Flüchtlinge
IBAN: DE21370501981902236676
BIC: COLSDE33XXX

Ausführliche Informationen zum Download

Projektleiterin Mona Massumi gibt Ihnen detaillierte Einblicke in Hintergründe, Planung und Durchführung der Sprachförderkurse. Zum Abschluss analysiert sie Bedeutung und Chancen des Sprachförderangebots für die universitäre LehrerInnenbildung und lotet Möglichkeiten aus, das Projekt auf andere Standorte auszuweiten.

Zum Download: Sprachförderung für Kinder und Jugendliche in der Notunterkunft für Flüchtlinge im Rahmen des Berufsfeldpraktikums