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Prompt! Deutsch lernen
Sprachförderung für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Notunterkünften durch Lehramtsstudierende

In Kölner Notunterkünften für Flüchtlinge warten derzeit viele Geflüchtete auf ihre Registrierung vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie Zuweisung auf eine Kommune. In dieser Phase ist die Bildungssituation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen besonders prekär, da sie nicht der Schulfplicht unterliegen.

Die Stadt Köln hat daher gemeinsam mit dem Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln bereits im April 2014 ein Sprachförderprojekt ins Leben gerufen um diesen Kindern und Jugendlichen Bildungsangebote zu ermöglichen. Dieses startete zunächst in der Notunterkunft in der Herkulesstraße.

Studierende bringen Geflüchteten Deutsch bei

Kölner Lehramtsstudierende fördern bis zu 160 Kinder und Jugendliche in der Notunterkunft beim Deutschlernen. Die kostenlosen Bildungsangebote helfen den Geflüchteten sich auf ein Leben in Deutschland und das deutsche Schulsystem vorzubereiten. Auch die Kölner Lehramtsstudierenden profitieren. Durch ihr Engagement sammeln sie wichtige pädagogische Erfahrungen.

Die als Berufspraktikum im Rahmen des Lehramtsstudiums ausgeübte Tätigkeit stellt besondere Anforderungen an die Lehramtsstudierenden. Ein Vorbereitungsseminar, in dem die spezifischen Anforderungen in der Arbeit mit der Zielgruppe und die didaktisch-methodischen Grundlagen der Sprachförderung erarbeitet werden, ist daher obligatorisch.

Ein Gewinn für alle Seiten

"Heute ist Schule!" schallt es den Lehramtsstudierenden in den Fluren der Notunterkunft entgegen, wenn sie wieder kommen, um zu unterrichten. Die geflüchteten Kinder und Jugendlichen sind froh, aktiv für ihren Start in ein Leben in Deutschland und in das deutsche Schulsystem mit Hilfe des Sprachunterrichts unterstützt zu werden.

"Endlich wieder lernen zu können ist toll – ich habe die Schule sehr vermisst, auch wenn mir Deutsch zu spechen ziemlich schwer fällt, aber ich weiß, dass ich das schaffe."

(Aleyna, 9 Jahre aus Syrien)

Sich schon während des Studiums mit Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte zu beschäftigen, halten die Lehramtsstudierenden angesichts von Diversity und Vielfalt in den Schulklassen für äußerst wichtig. Viele wollen nach Ablauf des Projektes ihre Erfahrungen nutzen und weiter mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten.

Ausweitung der Sprachförderangebote

Über die Grenzen Kölns hinaus ist das Projekt mittlerweile bekannt. Seit April 2015 bietet das Familien- und Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Leverkusen das Projekt "Miteinander lernen" an. Lehramtsstudierende der Universität zu Köln unterstützten das Projekt, das sich an Geflüchtete im Alter von 18 bis 28 Jahren richtet. Die Kölner Studierenden unterstützten die Jugendlichen auch hier insbesondere beim Deutschlernen.

Seit dem Wintersemester 2015/16 wird Prompt! auch in einer Notunterkunft für unbegleitete Minderjährige in Köln und in der Traglufthalle an der Sankt-Franziskus-Straße in Düsseldorf angeboten.

Zukünftig sollen die erfahrenen Kölner Lehramtsstudierenden, die ihr Berufsfeldpraktikum in diesem Rahmen absolviert haben, ihre Expertise weitertragen. Sie werden andere Initiativen in der Region unterstützen, Sprachförderangebote für geflüchtete Menschen aufzubauen. Dazu bestehen für die Studierenden Möglichkeiten zum ein Engagement für Geflüchtete über das Praktikum hinaus.

Das sagen die Beteiligten

Interview bei Domradio

Zwei Studierende, die geflüchtete Kinder und Jugendliche beim Deutschlernen unterstützen, stellen im Radio-Interview das Projekt Prompt! vor. Die Sendung "Der Samstag" wurde am 30.1.2016 auf Domradio ausgestrahlt. Das ZfL dankt Domradio für die Bereitstellung des Materials.

Zum Nachhören – Teil 1

Zum Nachhören – Teil 2

Auf Ihr Engagement kommt es an: Geben Sie jungen Menschen eine Chance!

Unterstützen Sie den Flüchtlingsfonds der Stiftung Studium und Lehre. Dieser fördert ein flächendeckendes Bildungsangebot für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Köln. Mit der Finanzierung weiterer Lehraufträge für die Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminare sowie die psychologische Betreuung der Lehramtsstudierenden unterstützen Sie die Ausweitung des Projekts auf weitere Notunterkünfte in Köln.

Bitte tragen Sie mit Ihrer Spenden dazu bei, dass junge, motivierte Menschen integriert werden können und mit ihren großen Potentialen ein wichtiger Teil unsere Gesellschaft werden. Mit der universitätseigenen Stiftung Studium und Lehre verfügen wir über ein effektives Instrument, damit Ihre Spende dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei den Menschen, die unsere Hilfe benötigen – vielen Dank!

Bitte unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende

Bankverbindung

Stiftung Studium und Lehre
Sparkasse KölnBonn
Stichwort: Spendenfonds Flüchtlinge
IBAN: DE21370501981902236676
BIC: COLSDE33XXX

Teilnahme

Das Projekt wird ausschließlich als begleitetes Berufspraktikum im Rahmen des Bachelor-Lehramtsstudiums vom ZfL angeboten. Eine Teilnahme außerhalb dieses Rahmens ist leider nicht möglich. Als Lehramtsstudierende können Sie sich über KLIPS 2.0 über die nächste Termine und Inhalte des BFP-Projekts informieren.

Zur Anmeldungen kontaktieren Sie uns gerne unter unserer Email-Adresse. Bitte geben Sie unbedingt Ihre studierte Schulform und Fächer, Ihr Semester und Ihre Matrikelnummer an.

Hinweis für AbsolventInnen des BFP-Projekts

Möglichkeiten zum Engagement über das Praktikum hinaus: Auch nach Ihrem erfolgreichen Praktikumsabschluss können Sie helfen. In Leverkusen arbeiten Studierende, die das BFP-Projekt in der Herkulesstraße absolviert haben, als HelferInnen in einer Notunterkunft und unterstützen vor Ort weiterhin den Unterricht in Kleingruppen zum Deutsch erlernen.

Auch in der AsylbewerberInnenunterkunft in Köln Weiden könnte dies realisiert werden. Herr Prof. Seibt, emeritierter Professor des Universität zu Köln, hat zusammen mit einer Gruppe von ehrenamtlichen KölnerInnen ein Angebot für die geflüchteten Menschen aller Altersstufen vor Ort geschaffen, bei dem auch der Deutschunterricht im Vordergrund steht. Leider sind unter den Freiwilligen keine LehrerInnen.

Ihr didaktisches Know-How und Ihre Erfahrungen im Unterrichten von Deutsch als Fremdsprache wären für die Ehrenamtlichen vor Ort eine große Unterstützung. So möchten wir Sie ansprechen, ob ggf. Interesse besteht sich hier zu engagieren und die Gruppen vor Ort mit zu unterstützen.

Es wäre möglich für die Unterrichtseinheiten ein kleines Honorar zu zahlen und Sie könnten flexibel entscheiden, wie viel Zeit Sie bereit wären diesem Projekt zu widmen. Bei Interesse stellen wir gerne Kontakt zum Organisator vor Ort, Herrn Professor Seibt her und selbstverständlich stehen wir Ihnen für alle Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zum Download

Projektleiterin Mona Massumi gibt Ihnen detaillierte Einblicke in Hintergründe, Planung und Durchführung der Sprachförderkurse. Zum Abschluss analysiert sie Bedeutung und Chancen des Sprachförderangebots für die universitäre LehrerInnenbildung und lotet Möglichkeiten aus, das Projekt auf andere Standorte auszuweiten.

Zum Download: Sprachförderung für Kinder und Jugendliche in der Notunterkunft für Flüchtlinge im Rahmen des Berufsfeldpraktikums

Kontakt

Haben Sie Fragen? Möchten Sie selbst aktiv werden und Sprachförderangebote für geflüchtete Menschen in Deutschland aufbauen?

Wir antworten Ihnen gern: gemeinsam-aktiv(at)uni-koeln.de