zum Inhalt springen

Orientierung satt in der ewigen Stadt

ZfL Köln Orientierungspraktikum in Rom
Orientierungspraktikum in Rom

Praktikum in Rom

Eine Lehramtsstudentin mit den Fächern Deutsch und Sozialwissenschaften berichtet Ihnen von ihren Erfahrungen aus Rom. Hier hat sie 2014 ihr Orientierungspraktikum an einer Deutschen Auslandsschule absolviert. Das Praktikum hat Sie über die Plattform pasch-net.de gefunden.

Eine deutsche Insel in Rom

Ein gepflegtes Sichtbetongebäude im Stil der 70er, großzügige Außenanlagen, motivierte und respektvolle SchülerInnen – so überraschte mich die "Scuola Germanica", die Deutsche Auslandsschule, mitten in Rom. Im Februar 2014 hatte ich dort mein einmonatiges Orientierungspraktikum mit vielen Fragen begonnen: Wie würde der Unterricht ablaufen? In welcher Sprache? Welche Motivation haben die LehrerInnen, an einer Deutschen Schule in Italien zu unterrichten?

Bereits am ersten Tag wurde mir klar, wie sehr sich dieses Praktikum von meinen Praxiserfahrungen in Deutschland unterscheiden würde. Es erwartete mich ein junges und hilfsbereites LehrerInnenkollegium, von denen viele auf der Suche nach Abenteuer und Auslandserfahrungen in Rom gelandet waren. Ein Stück italienische Kultur fand ich bereits in dem lockeren und sehr persönlichen Umgang zwischen den LehrerInnen untereinander, aber auch mit uns Praktikantinnen, wieder. Ich fühlte mich schnell als Teil der Gemeinschaft, was durch zahlreiche Einladungen zum LehrerInnensport oder zum Kaffeetrinken in der schuleigenen Cafeteria verstärkt wurde.

Zwischen Kaffeepausen und netten Gesprächen im LehrerInnenzimmer hospitierte ich im Unterricht in meinen Fächern Deutsch und Sozialwissenschaften. Die Klassen waren oft nicht sehr groß, was ich als sehr familiär und angenehm empfand. Unterrichtet wurde auf Deutsch, allerdings sprachen die SchülerInnen untereinander Italienisch. Dieser Deutsch-Italienische Kulturmix brachte eine witzige Atmosphäre in den Unterricht, vor allem wenn hin und wieder stereotype Unterschiede der beiden Kulturen thematisiert wurden.

Besonders interessant wurde es, als ich das erste Mal selbst vor einer Klasse stand. Da nicht alle SchülerInnen Deutsch als Muttersprache hatten, musste ich den Deutschunterricht ganz anders gestalten, als ich es von Deutschland her kannte. Eine solche Heterogenität der SchülerInnen stellte eine persönliche Herausforderung dar, machte das Praktikum aber so besonders und außergewöhnlich. Frei durfte ich entscheiden, wie viel ich selbst aktiv unterrichten und hospitieren wollte. Somit blieb auch genügend Zeit am Nachmittag für Stadterkundungen und Eis essen mit den anderen Praktikantinnen.

Das Orientierungspraktikum im Ausland bietet nicht nur die Gelegenheit Urlaub und Schule sinnvoll zu verbinden oder Sprachkenntnisse aufzufrischen. Es ermöglicht darüberhinaus einen Einblick in den Schulalltag in einem anderen kulturellen Kontext, was auch für den Unterricht in Deutschland sehr hilfreich sein kann. Und wer überlegt, später als LehrerIn im Ausland zu arbeiten, kann sich mit so einem Praktikum überzeugen lassen.

Sind Sie interessiert?