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Forschungs- und Praxisperspektiven auf Geschlechtlichkeiten und Vergeschlechtlichungen

ZfL-Thementag "Schule meets Gender Studies"

30. Januar 2013
Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL), Immermannstraße 49

"Geschlecht" als ein wichtiger Aspekt der Identitätsbildung beeinflusst unterrichtliche Lehr-Lern-Prozesse auf vielfältige Art und Weise. Dem gingen die Teilnehmer_innen des gemeinsamen Thementags von GeStiK – Gender Studies in Köln, dem BildungsRaumProjekt 'school is open' und dem Zentrum für LehrerInnenbildung genauer nach.

Den Auftakt machte um 14 Uhr eine von der Kölner Graduiertenschule Fachdidaktik organisierte Forschungswerkstatt. In deren Rahmen stellten Doktorand_innen aus der Deutsch-, Englisch- und Geographiedidaktik ihre Promotionsprojekte vor. Im Gespräch mit zwei Expertinnen der Gender Studies, Dr. Andrea Gutenberg (Anglistik) und Dr. Claudia Nikodem (Soziologie), wurde gemeinsam überlegt, wie die Forschungsvorhaben durch die Einbeziehung einer Gender-Perspektive gewinnen können.

Um 16 Uhr folgten zwei Impulsreferate von Prof. Dr. Susanne Völker (Soziologie/GeStiK) und Dr. Heidi Scheffel (Bezirksregierung Köln), die der Frage nachgingen, welche Herausforderungen und Chancen Inklusion für die Geschlechterforschung und Geschlechterpädagogik bietet. Beide plädierten für einen breit verstandenen Inklusionsbegriff, der neben dis/ability auch Ethnizität, Schicht, sexuelle Orientierung und "Geschlecht" berücksichtigen müsse, um den Schüler_innen in ihrer Heterogenität gerecht zu werden.

Dem stimmten auch die Teilnehmer_innen der anschließenden Diskussionsrunde zu "Geschlecht" in der Lehrer_innenbildung und der schulischen Praxis zu. Vertreter_innen der universitären wie der schulpraktischen Lehrer_innenaus- und –fortbildung stellten dar, wie sie in ihrer Arbeit mit (angehenden) Lehrer_innen Alltagswissen und subjektive Theorien zu Geschlechtlichkeit hinterfragbar machen. Problematisiert wurde, dass beim Thema Pubertät wie bei der Entwicklung beruflicher Routinen häufig zu beobachten sei, dass die einmal erworbene kritisch-distanzierende Haltung aufgegeben werde. Dem lasse sich entgegenwirken, wenn für Lehrende deutlich werde, wie ein Verständnis von 'Geschlecht' als etwas, das in schulischen Interaktionen permanent (re-)konstruiert wird, zur Bewältigung der praktischen Herausforderungen im Schulalltag beitragen kann.

Der Thementag endete mit der Eröffnung der Ausstellung "She’s the Man! Dekonstruktion von Geschlecht im Rahmen eines Drag-King-Workshops". Die Fotos von Paula Altmann sind aus einem Workshop der Sexualpädagogin Stephanie Weber mit Studierenden hervorgegangen und noch bis einschließlich Juli 2013 zu den regulären ZfL-Öffnungszeiten von 10.00-16.00 Uhr zu sehen.