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Wir müssen über Antisemitismus reden – ZfL trägt Kippa

Mit der Aktion bekunden wir unsere Solidarität mit der jüdischen Bevölkerung gegen antisemitische Haltungen und Übergriffe. Zu diesem Anlass haben wir auch ein Interview mit dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, über Antisemitismus in Schule geführt.

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Wir solidarisieren uns mit der jüdischen Bevölkerung.

Heute, am 8. Mai 2018, bietet sich den BesucherInnen im Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln ein nicht alltägliches, ungewöhnliches Bild: Die MitarbeiterInnen tragen Kippa.

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Es ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Wir setzen mit unserer Aktion an diesem Tag ein Zeichen gegen Antisemitismus an Schulen und bekunden unsere Solidarität mit der jüdischen Bevölkerung.

Seit sich antisemitische Vorfälle in Deutschland wieder häufen, demonstrieren immer mehr Menschen in vielen deutschen Städten gegen Antisemitismus. Auch Bundespräsident Walter Steinmeier betonte jüngst die Notwendigkeit im Alltag couragiert dagegen anzukämpfen.

Antisemitismus an Schulen

Wir sehen uns als eine Einrichtung der LehrerInnenbildung in einer besonderen Verantwortung für die Schulen und möchte daher auf die steigende Gewaltbereitschaft und den Antisemitismus dort hinweisen. Vor diesem Hintergrund haben wir ein Interview mit dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, geführt: Für den Einsatz gegen Diskriminierung und Beleidigungen in Schulen gebe es kein Patentrezept. Es bedürfe einer kompletten Bestandsaufnahme davon, wie Unterricht und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen verändert werden müssen, damit junge Menschen nicht ihr Heil im Antisemitismus suchten.

Solidaritätsbekundungen wie das symbolische Tragen einer Kippa, so der Vizepräsident des Zentralrats, seien ein deutliches Signal, gegenüber der jüdischen Gemeinschaft. Sie zeigten dass es Menschen gebe, die Antisemitismus ablehnen.

ZfL steht für Toleranz und Pluralismus

"Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit sind an Schulen zunehmend ein Thema, dem wir vorbeugen müssen", sagt ZfL-Geschäftsführerin Myrle Dziak-Mahler. Das ZfL stehe für eine tolerante und pluralistische Gesellschaft. Diese Haltung zeigt das Zentrum auch in verschiedenen Projekten – wie dem Sprachförderprogramm für Geflüchtete, PROMPT!, der letztjährlichen Tagung "Rassismus und Antisemitismus in der Schule" gemeinsam mit der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, oder auch der aktuellen Ausstellung im Haus, die Bilder zeigt, in denen sich OberstufenschülerInnen mit dem Nationalsozialismus und seiner Menschenverachtung auseinander setzen.

Selber aktiv werden für Toleranz

Es gibt viele Möglichkeiten, sich für Toleranz und Zivilcourage stark zu machen. LehramtsstudentInnen können z. B. noch bis zum 20. Mai eine Praktikumsschule für den Preis "Toleranz macht Schule" nominieren und Schulen, die sich besonders für das Erlernen von Toleranz engagieren, den Rücken stärken.

Kippa ist nichts Ungewöhnliches

Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Aktion ein deutliches Zeichen setzen: Es ist nicht ungewöhnlich, jemanden zu sehen, der eine Kippa trägt, sondern es ist völlig normal.

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