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12.07.2022

Schule: Früher Kontakt mit Inklusion nimmt Lehrkräften Angst vor der Umsetzung

Studie des Zentrums für Lehrer*innenbildung der Universität zu Köln zeigt, dass Einstellungen zur Inklusion beeinflussbar sind

Angehende Lehrerinnen und Lehrer sind dem Thema Inklusion gegenüber aufgeschlossener und haben weniger Bedenken, dies in der Schule umzusetzen, wenn sie bereits Erfahrungen mit Inklusion gemacht haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Lehrer*innenbildung der Universität zu Köln. Damit ist die Einstellung gegenüber dem Thema Inklusion offenbar nicht nur beeinflussbar, Erfahrungen mit und Kenntnisse über das Thema tragen auch dazu bei, dass sich angehende Lehrerinnen und Lehrer weniger Sorgen über die Umsetzbarkeit machen.

Die Studie untersucht die Einstellung von Lehramtsstudierenden zur Inklusion direkt im Anschluss an ihr Eignungs- und Orientierungspraktikum, dem ersten Praktikum, das Lehramtsstudierende verpflichtend an einer Schule absolvieren. 344 Studierende wurden nach ihrer Einstellung zum Thema Inklusion und nach ihren Erfahrungen mit dem Praktikum befragt. Die Einstellungen wurden auf drei Ebenen gemessen, und zwar wie positiv Studierende der Inklusion gegenüber eingestellt sind, wieviel Sorgen sie sich über die Umsetzbarkeit von Inklusion in der Schule machen und welche Kenntnisse sie über die Wichtigkeit des Themas besitzen. Die Ergebnisse wurden für die einzelnen Schulformen ausgewertet.
Dabei hat das studierte Lehramt offenbar Einfluss auf die Einstellung der Studierenden. Während Studierende eines Lehramts für sonderpädagogische Förderung schulischer Inklusion gegenüber positiver eingestellt sind als Studierende anderer Schulformen, haben vor allem Studierende der Lehrämter Grundschule und Gymnasium/Gesamtschule Bedenken bei der Umsetzbarkeit. Auch der Grad der Reflexion hat einen Einfluss auf die Einstellung zur Inklusion. Vor allen Studierende, die sich selbst stark reflektieren, machen sich Sorgen über die Umsetzbarkeit von Inklusion in der Schule.

Eine inklusive Schule ermöglicht es Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf unabhängig von ihren Stärken und Schwächen gemeinsam zu lernen. Lehrerinnen und Lehrer stellt das Unterrichten einer heterogenen Schülerschaft jedoch vor Herausforderungen. Oft mangelt es an entsprechender Infrastruktur, aber auch an einem Aus- und Weiterbildungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer.

Die Autor*innen der Studie sprechen sich daher dafür aus, das Thema Inklusion möglichst früh fest im Studium zu verankern, da eine frühzeitige und intensive Auseinandersetzung mit Inklusion Bedenken ausräumen kann.

Informationen zur Studie:
Berninger, Ina, Cremer, Paul & Jan Springob (2022): To include or not to include? The question is rather how! Hrsg. V. Zentrum für Lehrer*innenbildung (ZfL). Köln
Link zur Studie:
https://zfl.uni-koeln.de/sites/zfl/Publikationen/discussion-papers/discussion-paper_2022_3.pdf

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Jan Springob
Universität zu Köln, Zentrum für LehrerInnenbildung
Tel. +49 221 470-1149
E-Mail: jan.springobSpamProtectionuni-koeln.de

Pressekontakt:
Merle Hettesheimer
Universität zu Köln / Zentrum für LehrerInnenbildung
Leitung Kommunikation und Events
Tel. +49 221 470 5687
E-Mail: m.hettesheimerSpamProtectionuni-koeln.de