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Von offenen Räumen und wachsenden Menschen – Oder: Warum NEW WORK für uns sinnstiftend ist (Myrle Dziak-Mahler)

Die Ausbildung angehender Lehrerinnen und Lehrer beinhaltet eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Sie müssen auf eine Welt von morgen vorbereitet werden, in der sie als Lehrkräfte ihrerseits Schülerinnen und Schüler auf eine Welt von übermorgen vorbereiten. Deshalb bringt sich das Zentrum für LehrerInennbildung (ZfL) der Universität zu Köln aktiv in gesellschaftliche Debatten ein und gestaltet sie mit.

Die am gesellschaftlichen Diskurs ausgerichtete Arbeit des ZfL erfordert es, schnell und flexibel zu agieren. Um das zu gewährleisten, richtet das ZfL seine Arbeitsstrukturen an fünf Leitbegriffen aus: Eigenverantwortung, Augenhöhe, Partizipation, Transparenz und Vertrauen. Sie bestimmen die Art und Weise, wie am ZfL gedacht und gehandelt wird. Als zentrale Einrichtung der Universität zu Köln ist das ZfL in eine feste Struktur eingebunden und hat einen klar definierten Auftrag: die Begleitung und Betreuung der etwa 14.000 Kölner Lehramtsstudierenden. Dazu steht das ZfL in engem Austausch mit einer Vielzahl von Partnern – andere Einrichtungen innerhalb der Universität, lehrerbildende Hochschulen in NRW, bundesweit und international, Einrichtungen der praktischen Lehrerausbildung (Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung) und Lehrerfortbildungen, Ministerien und rund 800 Schulen in der Region Köln – die ihrerseits allesamt wiederum in unterschiedliche Strukturen eingebunden sind.

Seit seiner Gründung 2011 sind am ZfL Innovationskraft, Experimentierfreunde und Mut Neues auszuprobieren wesentliche Handlungsprämissen - immer vor dem Hintergrund, dabei auch einem gesetzlichen Auftrag gerecht zu müssen und zu wollen. Quasi auf der grünen Uni-Wiese und unter hohem Zeitdruck gegründet, musste das ZfL von Anfang an schnell handlungsfähig sein und einen hohen Service leisten, ohne dass Strukturen im Detail festgezurrt wurden. Heute ist es ein geordneter kreativer Raum, der offen für mutige Ideen und Innovationen aller Kolleginnen und Kollegen sowie Partnern ist und eine Fehlerkultur lebt, die es möglich macht, auch Wagnisse einzugehen.

 

"Wir wollen, dass Menschen bei uns größer werden"

Ressourcenorientierte Personalentwicklung am ZfL

vergrößern: Vier-Gewinnt-Modell
Das Vier-Gewinnt-Modell

Organisations- und Personalentwicklung gehören für uns im Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln eng zusammen und werden gemeinsam – systemisch – gedacht. Das Ziel unserer Personalentwicklung ist es, einen Arbeitsort zu schaffen, an dem Menschen sich konsequent weiterentwickeln können und in ihren Aufgaben wirksam werden.

Bei der Arbeit im ZfL leiten uns daher vier Aspekte: (Eigen-)Verantwortung, Augenhöhe, Partizipation und Transparenz. Vertrauen ist dabei einerseits die Basis; andererseits sorgt die Umsetzung der vier Aspekte dafür, Vertrauen zu schaffen.

In der Personalentwicklung stehen bei uns die folgenden Themenfelder im Vordergrund, mit denen wir die Arbeitskultur gestalten:

  • partizipative Gestaltung der Arbeit (u.a. mit Kanban-Boards)
  • regelmäßiges und direktes (Peer-)Feedback
  • aktive Gestaltung und Reflexion der eigenen Rolle und der Arbeitsaufgaben
  • Gestaltung und (selbst-)reflektierter Umgang mit der Führungsrolle und den Führungsaufgaben
  • Teamtage und Townhall-Meetings
  • Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Rekrutierungsprozesse
  • begleitetes On- und Offboarding
  • (präventiver) Umgang mit Konflikten
  • regelmäßige Erfassung der MitarbeiterInnenzufriedenheit und Ableitung von Follow up-Maßnahmen

MitarbeiterInnenbefragung 2018

Die Universität zu Köln hat 2016 im Rahmen der Psychischen Gefährdungsbeurteilung universitätsweit ihre MitarbeiterInnen mit dem sog. "Bielefelder Fragebogen" befragt. Um ein aussagekräftiges Meinungs- und Stimmungsbild aller knapp 100 KollegInnen im ZfL zu erhalten, haben wir 2018 zusätzlich eine eigene, umfangreiche freiwillige MitarbeiterInnenbefragung durchgeführt.

Inhalte der Befragung

Ergebnisse

Von den 98 befragten MitarbeiterInnen haben erfreulicherweise 85,7 Prozent an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse verdeutlichen, im Vergleich mit Ergebnissen aus Befragungen an anderen Universitäten, dass die Arbeitszufriedenheit der KollegInnen am Zentrum für LehrerInnenbildung ausgesprochen hoch ist:

  • Die Zusammenarbeit und Kollegialität im gesamten ZfL und in den einzelnen Teams werden sehr positiv bewertet.
  • Die Zusammenarbeit mit der Teamleitung wird als gut bewertet: Je mehr Wertschätzung, Feedback und Anerkennung KollegInnen im ZfL durch die Teamleitung erfahren, desto höher ist ihre Arbeitszufriedenheit.
  • Die KollegInnen sind sehr zufrieden mit den Arbeitsplatzbedingungen am ZfL.
  • Die persönliche Motivation der KollegInnen im ZfL ist sehr hoch.
  • Im ZfL können KollegInnen selbst zu GestalterInnen werden.
  • Befristet Beschäftigte fühlen sich durch ihre Arbeit belasteter als Unbefristete.
  • Die Beschäftigungsform Teilzeit/ Vollzeit hat signifikanten Einfluss auf viele Bereiche der Arbeitszufriedenheit: Bei Vollzeitbeschäftigten sind u.a. die Verbundenheit mit dem ZfL, Anerkennung für die Arbeit und Freude an der Arbeit hochsignifikant stärker ausgeprägt.
  • Die Gruppen der 30-39-Jährigen sind hochsignifikant stärker durch die Arbeit belastet und können sich schlechter erholen als andere Altersgruppen.

Diskussion der Ergebnisse

Alle TeamleiterInnen sowie die Geschäftsführung des ZfL, das Leitungsteam, haben zunächst diese Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Auf einem Townhall-Meeting, Treffen aller KollegInnen des ZfL mit der Geschäftsführung, wurden die Ergebnisse allen KollegInnen zugänglich gemacht. Im Rahmen der Interpretation der Ergebnisse und Festlegung des Follow up-Prozesses wurden Folgemaßnahmen identifiziert.

Darüber hinaus wurden die Ergebnisse und die ersten Vorschläge für Maßnahmen im Dezember 2018 auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Themenjahres Lighthouse – Leadership (Video) von externen ExpertInnen (Tanja Becker, Prof. Dr. Mark Ebers, Sven Franke und Dr.' Kirsten Schäfer) eingeschätzt.

Auf der Basis des ZfL-internen Feedbacks und den Rückmeldungen der externen ExpertInnen entwicklen wir derzeit den Follow up-Prozess und die Maßnahmen weiter und setzen sie im Jahr 2019 um.

Angebote für alle MitarbeiterInnen

Ressourcenorientierte Personalentwicklung ist für uns allerdings mehr als die Durchführung einer MitarbeiterInnenbefragung und die Umsetzung eines Maßnahmenpools:

Das Ziel unserer Ressourcenorientierten Personalentwicklung ist, dass Menschen bei uns wachsen und sich weiterentwickeln. Eine wichtige Vorrausetzung dafür ist, dass die KollegInnen ihre eigenen Ressourcen erkennen und nutzen.

Um die KollegInnen am ZfL optimal in ihrem individuellen Entwicklungsprozess zu unterstützen und zu begleiten, stehen allen die folgenden Angebote zur Verfügung:

  • Coaching (individuell wie als Team)
  • Mediation (präventiv und im Konfliktfall)
  • Teamtage (u.a. zu den Themen: Aufgaben- und Rollenklärung, Kommunikation in Teams, Ziele gemeinsam entwickeln)
  • Trainings zu verschiedenen Themen: u.a. Work-Life-Balance, Zeitmanagement, Projektmanagement, Gewaltfreie Kommunikation, Umgang mit Feedback
  • Unterstützung für Führungskräfte bei der Vorbereitung (und falls gewünscht auch Durchführung und Nachbereitung) von Feedback-, Onboarding- und Offboarding-Gesprächen
  • Kollegiale Fallberatungsmöglichkeiten für Führungskräfte (z. B. "Leadership Coffee")

Eine einschlägig ausgebildete Kollegin führt die Angebote durch und evaluiert sie regelmäßig.

Video: Systemische Organisationsentwicklung im ZfL

Die Lighthouse – Leadership Veranstaltung vom 7. Dezember 2018: Organisations- und Personalentwicklungskonzept des ZfL, Ergebnisse der MitarbeiterInnenbefragung sowie Diskussion der Ergebnisse und Folgemaßnahmen.