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ePort.nrw

Die Erstellung eines Portfolios im Lehramtsstudium ist eine gut etablierte und praxisphasenübergreifende Maßnahme, die angehenden Lehrkräften ihre eigene Entwicklung vor Augen führt und ihre Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung stärkt. Durch die reflektierte Verarbeitung von universitärem Wissen und praktischer Erfahrung wird die Theorie-Praxis-Verzahnung verbessert. Die Portfolioarbeit ist an den (außer)universitären Ausbildungsstandorten der Lehrer*innenbildung jedoch äußerst heterogen implementiert. Dies betrifft die inhaltliche Konzeption, die Umsetzung als digitales oder analoges Portfolio wie auch die Einbindung in die universitäre Seminararbeit.

Als tatsächlich begleitendes Instrument kann ein Portfolio allerdings nur dann dienen, wenn es flexibel an den unterschiedlichen Lernorten genutzt und dort sinnstiftend wirken kann. Hierbei bietet die digitale Umsetzung als elektronisches Portfolio (ePortfolio) deutliche Vorteile gegenüber einem analogen Portfolio, da es an verschiedenen Orten flexibel verfügbar ist und bearbeitet werden kann. Technisch sind die eingesetzten Systeme in den elf lehrer*innenbildenden Universitäten in Nordrhein-Westfalen und in der zweiten Phase der Lehrer*innenbildung allerdings nicht immer kompatibel, so dass eine Weiterarbeit an ePortfolios, die innerhalb eines Systems angefertigt wurden, in anderen Systemen nicht möglich ist. Eine der Herausforderungen bei der Konzeption eines ePortfolios ist folglich die Bereitstellung eines geeigneten Tools, das organisatorisch zu bewältigen, inhaltlich gewinnbringend sowie ex- und importierbar ist.

Universell einsetzen

Vor diesem Hintergrund haben sich die Universität zu Köln, die Universität Duisburg-Essen und die Ruhr-Universität Bochum stellvertretend für die Situation aller elf lehrer*innenbildenden Universitäten im Projekt ePort.nrw zusammengeschlossen, um eine Open-Source-Umsetzung für die elektronische Portfolioarbeit an allen Lern- und Ausbildungsorten in der Lehramtsausbildung in Nordrhein-Westfalen, und sogar darüber hinaus, zu entwickeln. Die in diesem Kontext entwickelten Lösungen sind grundsätzlich universell, auch außerhalb der Lehrer*innenbildung, einsetzbar.

Kompatibilität ermöglichen

Das Vorhaben wird mit der quelloffenen Software H5P realisiert und soll schließlich in allen Phasen der Lehramtsausbildung etabliert werden. Dazu wird ein neuer Inhaltstyp "Portfolio" in H5P entwickelt und prototypisch umgesetzt, der vorrangig in den Lernplattformen Moodle und ILIAS eingebettet und genutzt werden kann. Auf diese Weise kann die für die übergreifende Portfolioarbeit erforderliche Ex- und Importfähigkeit von ePortfolios zwischen den verschiedenen Lernmanagementsystemen hergestellt werden.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms "Digitale Werkzeuge für die Hochschullehre" vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft und der Digitalen Hochschule NRW (DH.NRW) gefördert