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WEICHENSTELLUNG für Viertklässler zieht Kreise

Bildungsübergänge chancengerecht zu gestalten – das ist ein Thema in allen Bundesländern. In Hamburg und Baden-Württemberg gestaltet WEICHENSTELLUNG den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule und die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung in die Regelschule als umfassendes Mentoringprojekt erfolgreich(er).

In Baden-Württemberg wird WEICHENSTELLUNG für Viertklässler seit dem Schuljahr 2014/15 angeboten. Die Karl Schlecht Stiftung realisiert das Vorhaben in Biberach und in Ravensburg. Das Projekt wird vor Ort durch die Pädagogische Hochschule Weingarten koordiniert.

Im Schuljahr 2016/17 startet das Förderprogramm für Viertklässler nun auch in Nordrhein-Westfalen – dank der Unterstützung der Dr. Harald Hack Stiftung und der Kooperation mit dem Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln, die das Vorhaben in der Region Köln umsetzt.

WEICHENSTELLUNG für Viertklässler startet in Köln

An 17 Kölner Grundschulen startete zum Schuljahr 2016/17 das Projekt WEICHENSTELLUNG für Viertklässler. Lehramtsstudierende der Universität zu Köln unterstützen in diesem Mentoringprojekt Kinder in der vierten Klasse beim Übergang aufs Gymnasium und begleiten sie dort während der ersten beiden Jahre.

Die Projektidee stammt von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. In Hamburg wurde das Projekt bereits erfolgreich durchgeführt und des Weiteren am Standort Weingarten adaptiert. Am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln wurde das Konzept weiterentwickelt und auf die Bedingungen in Köln angepasst. Finanziell wird die Projektumsetzung in Köln von der Dr. Harald Hack Stiftung gefördert.

Bei WEICHENSTELLUNG für Viertklässler fördern Lehramtsstudierende SchülerInnen, die zwar die Voraussetzungen für die Empfehlung zum Besuch des Gymnasiums haben, aber auf Grund vielfältiger Herausforderungen, Widerstände und möglicher Zweifel oftmals doch nicht das Gymnasium besuchen.

Im Projekt werden durch eine umfassende Betreuung und Begleitung der SchülerInnen die Weichen für einen erfolgreichen Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule gestellt.

Ablauf – Begleitung über drei Jahre

Die Kinder, die am Projekt teilnehmen, werden von den KlassenlehrerInnen am Ende des dritten Schuljahres sorgfältig ausgewählt, die Eltern geben ihr Einverständnis.

Mit Beginn des Schuljahres kommen an vier Stunden pro Woche Lehramtsstudierende in die Schulen. Pro Klasse fördern sie im Schnitt drei Kinder im differenzierten Unterricht, um die Voraussetzungen für den Übergang in ein Gymnasium zu verbessern. Auch eine Unterstützung im Bereich der Hausaufgabenbetreuung gehört dazu. Insgesamt sollen fachliche und überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten gestärkt werden, die für die weitere Entwicklung wichtig sind.

Neben der Mitarbeit in den Schulen treffen die MentorInnen ihre SchülerInnen einmal pro Monat an einem Samstag, um mit ihnen an einer kulturellen Veranstaltung teilzunehmen, ein Museum zu besuchen oder einer ähnlichen Aktivität gemeinsam nachzugehen.

Die Studierenden arbeiten eng mit den LehrerInnen zusammen und haben die Möglichkeit im Unterricht zu hospitieren.

Nach dem erfolgreichen Übergang aufs Gymnasium werden die Kinder auch dort in der beschriebenen Weise durch die Studierenden betreut. In Klasse 5 und 6 erhalten die SchülerInnen regelmäßig eine adäquate Förderung durch die Studierenden, um den weiteren Bildungsweg positiv zu gestalten.

Insgesamt profitieren alle Beteiligten:

  • Die SchülerInnen können ihre Potenziale besser entfalten,
  • die Eltern werden bei der Förderung ihrer Kinder unterstützt,
  • die Schulen können stärker auf die unterschiedlichen Begabungen ihrer SchülerInnen eingehen und die
  • Lehramtsstudierenden gestalten schon während ihres Studiums den Schulalltag mit.

Lehramtsstudierende betreuen je drei Kinder über drei Jahre begleitet vom ZfL

An der Universität zu Köln werden 30 Studierende rund 90 Kinder betreuen. Es handelt sich vor allem um Studierende im zweiten Semester, die sowohl ihr Orientierungspraktikum als auch ihr Berufsfeldpraktikum innerhalb des Projektes absolvieren. Für ihre Tätigkeit als MentorInnen erhalten die Studierenden ein Honorar.

Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin aus dem Zentrum für LehrerInnenbildung koordiniert das Projekt und leitet die Begleitseminare für die praktischen Phasen, in denen die konkrete Arbeit mit den Kindern vorbereitet und begleitet wird.

Das ZfL bietet allen MentorInnen zweimal im Jahr Coachingtermine zu allen Themen innerhalb des Projektes an. Dies können die Bereiche Zeitmanagement, Organisation, Beziehung zu den SchülerInnen, Umgang mit Eltern oder ganz andere Felder sein. Hierzu stehen ausgebildete 'Fachcoaches LehrerInnenbildung' zur Verfügung.